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Vergib für jede prüfbare Aussage eine Kennung. Erfasse Originalquelle, genaue Fundstelle, Geltungsbereich, Prüfdatum und Entscheidung. Ändert sich die Aussage, prüfst du den Beleg erneut. Eine automatisch angehängte Quellenliste übernimmt diese Kontrolle nicht.

Mit einer einzigen überprüfbaren Aussage beginnen

„Das neue System ist schneller, günstiger und vollständig lokal“ enthält mehrere Behauptungen. Zerlege den Satz: Welche Aufgabe wird schneller? Welche Kosten werden verglichen? Welche Komponenten bleiben auf dem Rechner? Für jede Frage brauchst du einen passenden Nachweis.

Formuliere zuerst, was du tatsächlich belegen möchtest. Aus „Die Anwendung unterstützt lokale Modelle“ folgt beispielsweise nicht, dass sämtliche eingebauten Funktionen ohne Netzwerkzugriff arbeiten. Die zusätzliche Schlussfolgerung bekommt eine eigene Prüfzeile. Wie du eine KI-Quelle tatsächlich prüfen kannst, behandelt der separate Guide.

Ein kleines Belegregister anlegen

Eigene Vorlage für eine prüfbare Belegspur
FeldWas du einträgst
Aussage-IDEine stabile Kennung für genau eine Behauptung
FormulierungDen Satz einschließlich Einschränkungen
Quelle und VersionOriginal-URL sowie Datum oder Versionskennung
FundstelleAbschnitt, Seite oder eindeutig auffindbare Passage
PrüfungWas die Quelle tatsächlich trägt und was nicht
Status und VerantwortungOffen, teilweise belegt oder freigegeben; prüfende Person

Die W3C-Übersicht zu PROV beschreibt Herkunft über beteiligte Dinge, Verarbeitungsschritte und Verantwortliche. Für einen einfachen Rechercheablauf übernehmen wir diese Grundidee in ein eigenes Register. Die folgende Vorlage ist keine formale PROV-Implementierung.

Bewahre den geprüften Stand nach deinen Zugriffs- und Aufbewahrungsregeln auf. Ein Link auf eine laufend veränderte Startseite ist weniger eindeutig als eine dokumentierte Version mit auffindbarer Passage. Die Tabellenzeile soll einen späteren Prüfer zur selben Stelle führen.

Vier Schritte verbinden eine einzelne Aussage mit Fundstelle, Prüfentscheidung und verantwortlicher Freigabe. Version und Datum begleiten den gesamten Ablauf.
Eigenes Ablaufmodell: Eine Belegspur verknüpft die Aussage mit einer konkreten Fundstelle und einer dokumentierten Entscheidung. Keine automatische Wahrheitsprüfung.

Ein fiktives Beispiel vollständig durchspielen

Unser Übungsdokument sagt: „Die Wartung des Testsystems beginnt am Mittwoch um 10 Uhr. Das geplante Fenster beträgt zwei Stunden.“ Eine KI formuliert daraus: „Alle Systeme sind mittwochs von 10 bis 12 Uhr nicht erreichbar.“

Belegt sind Beginn und geplante Dauer für dieses Testsystem. Nicht belegt sind die Ausweitung auf alle Systeme, eine wöchentliche Wiederholung und eine durchgehende Nichterreichbarkeit. Im Register bleibt die umfassende Aussage deshalb offen. Eine passende Überarbeitung lautet: „Für das Testsystem ist am Mittwoch ab 10 Uhr ein zweistündiges Wartungsfenster geplant.“

Das Beispiel zeigt eine Prüfentscheidung, keine beobachtete Antwort eines bestimmten Modells. Vergleiche bei deinem eigenen Material ebenfalls Wortlaut, Reichweite und fehlende Bedingungen.

Aussage-ID: BELEG-01
Aussage: ...
Originalquelle: ...
Version / Datum: ...
Fundstelle: ...
Tatsächlich gestützt: ...
Offen oder widersprüchlich: ...
Prüfentscheidung: ...
Geprüft von / am: ...

Zitate technisch zuordnen und trotzdem prüfen

Dokumentenfunktionen können den Weg zur Fundstelle erleichtern. Anthropics Citation-Dokumentation beschreibt dafür unter anderem Seitenbereiche, Zeichenpositionen und Inhaltsblöcke. Google Search Grounding ordnet Antwortsegmente Webquellen zu. Solche Verweise zeigen die Zuordnung; die inhaltliche Tragfähigkeit kontrollierst du weiterhin.

Wenn du viele eigene Unterlagen verwendest, kannst du Dokumente über RAG bereitstellen. Erfasse dabei den tatsächlich herangezogenen Ausschnitt. Der gesamte Dateiname genügt nicht, wenn verschiedene Versionen oder widersprüchliche Abschnitte existieren.

Eine Änderung löst eine neue Belegprüfung aus

Lege einen klaren Übergabepunkt fest: Ein Entwurf darf noch offene Zeilen enthalten. Eine Veröffentlichung erhält nur die Formulierungen, deren Prüfstatus zur vorgesehenen Nutzung passt. OpenAI weist auf mögliche falsche und erfundene Angaben hin; eine überzeugende Formulierung ist deshalb kein eigener Nachweis.

Prüfe die Belegzeile erneut, wenn aus „kann“ ein „wird“, aus einem Einzelfall eine allgemeine Aussage oder aus einem alten Stand eine Gegenwartsbehauptung wird. Dokumentiere, welche Fassung ersetzt wurde und warum. Für die praktische Einbindung findest du einen Freigabepunkt im KI-Workflow in der Lernbibliothek.

Quellen & Methode

Vorgehen und Grenzen

Mit KI-Unterstützung als Dokumentationsguide ausgearbeitet. Vier vollständige thematisch passende Originaldokumente wurden gelesen, nach Beitrag und Grenzen verglichen und im Recherchepaket gesichert. Keine aktuellen Google-Ränge oder Suchmetriken werden behauptet. Beispiele, Vorlagen und Ablaufgrafik sind eigene Erläuterungen. Es wurden keine Modellaufrufe, Installationen, Hardwaremessungen, Interviews oder Unternehmensversuche durchgeführt. Die zuvor öffentlich sichtbare Vorschau wurde am 21. Oktober 2026 durch diese fertige Fassung ersetzt.

Bei Recherche, Texterstellung und Grafiken wird KI eingesetzt. Welche eigenen Versuche vorliegen und was nur als Beispiel dient, beschreibt dieser Beitrag. Unser Redaktionsstandard erklärt die Anforderungen an Belege und Berichtigungen.

Belege für die Aussagen

  1. W3C: An Overview of the PROV Family of DocumentsBelegt: Herkunft, Aktivität, Verantwortliche und Versionen strukturiert beschreiben. · geprüft am 21. Oktober 2026
  2. Anthropic: CitationsBelegt: Quellenpositionen in bereitgestellten Dokumenten und Unterschiede von Text/PDF erklären. · geprüft am 21. Oktober 2026
  3. Google: Grounding with Google SearchBelegt: Verbindung von Websuche, Antwortsegmenten und Quell-URLs zeigen. · geprüft am 21. Oktober 2026
  4. OpenAI: Does ChatGPT tell the truth?Belegt: Generierung aus Trainingsmustern, mögliche Falschaussagen und erfundene Quellen erklären. · geprüft am 21. Oktober 2026